Wie bekomme ich professionelle Fotos?

Die Smartphone Kamera ist der Verkaufsfaktor Nummer eins. Viel wichtiger ist jedoch das Auge, das hindurch sieht. Und seine Erfahrung.

Wie bekomme ich professionelle Fotos?
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Smartphones ersetzen Digitalkameras. Damit ersetzen sie auch die Fotos, die Digitalkameras früher produzierten. Unser Fotograf Tuan erklärt, warum das für den Einsatz im Business Content Bereich keine gute Idee ist.

Visueller Content ist mehr als nur eine Geschmacksfrage

Heute gibt es genug Menschen, die mithilfe Ihres Smartphones Fotos für ihre digitale Visitenkarte produzieren. Da auch hier die technologische Entwicklung exponentiell nach oben steigt, werden die Ergebnisse immer besser. Zumindest von der technischen Voraussetzung, der Hardware her gesehen. Das Auge, das das Motiv in den Blick nimmt, bleibt das gleiche. Und genau hier setzt der Unterschied an zwischen einem Snapshot und einem professionellen Portrait oder Produktbild.

Die eigenen Dienstleistungen und Produkte verkaufen sich dadurch, dass sie in ihrer Nische die besten am Markt sind. Es wäre schade, fast schon fatal, wenn der eigene visuelle Eindruck nicht genau das widerspiegelt. Es macht einen Unterschied, ob ich die Produktbilder für meinen Shop für Haushaltsgeräte so gestalte, als wären sie in der eigenen Küche direkt nach dem Kochen und kurz vor dem Abwasch entstanden oder ob ich ein überlegtes Gestaltungskonzept entwerfe, das allen Fotos einen Wiedererkennungswert verschafft und die Produkte glänzen lassen. Oder ob ich Speisefotos aus meinem eigenen Restaurants mit dem Telefon produziere, bei denen sich eher das Grauen versammelt als das Wasser im Munde zusammenlaufen lässt.

Was Ihnen klar ist, muss nach außen hin sichtbar werden

Da kein Mensch gerne viel Text liest, außer er nimmt es sich in Form eines Buches explizit vor, sondern sich vor allem schnell über einen Sachverhalt informieren oder inspirieren lassen will, ist der visuelle Content immer hoch im Kurs. Je ansprechender der entsprechende Inhalt aufbereitet wird, umso länger verweilt der Leser bei diesem Content, was wiederum Google registriert und positiv bewertet. Das Foto bietet den wichtigen ersten Eindruck, sei es beim Bewerbungsgespräch, bei Dating-Apps oder vor allem auch bei Firmenportraits.Es reicht nicht, dass nicht nur Sie wissen, welche Qualität hinter der eigenen Marke steckt. Der Eindruck muss auch nach außen hin sichtbar gemacht werden. Professionelle Fotos sind daher ein unverzichtbarer Bestandteil des Corporate Design.

Der erste Punkt für professionelle Fotos ist schonmal die Ausrüstung. Als Hobbyfotograf kann ich Tage und Wochen in diversen Foren und Produktvergleichstests verbringen. Allein mir fehlt die Erfahrung, wozu ich welches Feature brauche, wie ich es einsetze und wie es sich im Einsatz auch bewährt. Denn hier fehlt mir eindeutig die Erfahrung. Ein erster Schritt wäre ein Crashkurs über ein paar Tage hinweg als Einstieg in die Fotografie. “Das ist vielleicht ganz gut zum Reinkommen. Was damit nicht vermittelt wird, ist die Erfahrung eines Fotografen. Es hat seinen Grund, warum eine vernünftige Ausbildung drei Jahre dauert”, sagt Tuan. In drei Tagen kann nicht gelernt werden, was es mit Bildbearbeitung, Retusche und der Einschätzung von Shootings, deren Motive und vor allem mit unterschiedlichen Situationen auf sich hat. Dafür braucht es vor allem eines: Erfahrung.

Wie bekomme ich professionelle Fotos?

Die Lust am Fotografiert-Werden gehört dazu

Wenn ein professioneller Fotograf vor eine bestimmte Situation gestellt wird, sei es nur für ein Bewerbungsfoto in einem Fotostudio, oder auch für Hochzeiten, Kinderbilder, Babyfotos, Produktfotografie oder Portraitfotos, so fällt er aufgrund seiner Erfahrung wichtige Entscheidungen. Es geht um die Art des Lichts (”Fotografieren ist Malen mit Licht”), der Ausleuchtung, der Auswahl des Equipments, der Location. Und ebenfalls wichtig laut Tuan: “Mit den Menschen reden, die vor der Kamera stehen. Das ist vor allem auch bei Frauen wichtig. Da sind viele sehr selbstkritisch. Hier kommt es auf einen einfühlsamen Umgang an, jederzeit freundlich und professionell bleiben, ihnen die Scheu nehmen und Mut machen. Und auf die Wortwahl achten.” Wenn Leute vor der Kamera keine Lust haben, dann merkt man das. Das spürt man auch auf dem Endprodukt, Retusche hin oder her. So vermitteln Fotos Emotionen, bei unprofessionellen Fotos eben auch negative Emotionen. Und Emotionen sind das, was auch einen Kaufentscheid beeinflusst.

Ein erfahrener Fotograf kann aus einer bestimmten Situation das Beste herausholen. Das können Portraitfotos im privaten wie im Business-Bereich sein, Firmenportraits, situative Aufnahmen bei Besprechungen oder Mitarbeiter in ihrem natürlichen und alltäglichen Umfeld. Es kommt dabei nicht auf die Model-Tauglichkeit der Personen an, im Gegenteil. Auch hier ist es die Erfahrung, die es schafft, einen Menschen ins rechte Licht zu rücken, ihn von seiner besten Seite zu zeigen. Dazu gehört auch alles, was mit Style und Makeup zu tun hat. Ein guter Stylist kann dem Fotografen viel an Nachbearbeitung abnehmen, wenn er Unreinheiten abdeckt, aber auch Konturen verstärkt oder hinzufügt, damit interessante Kontraste entstehen, die Tiefe vermitteln.

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Überblick verschaffen und genau hinsehen

Bei Firmenportraits rät Tuan, einfach dem Kundenauge zu folgen: “Zuerst schaue ich mir das Ganze an, die Firma von Weitem. Hier will ich sehen, mit was habe ich es zu tun, was machen die. Dann will ich entdecken, mit wem ich es zu tun habe, wie das Team ausschaut und ob es sympathisch ist. Bin ich weiter interessiert, schaue ich mir die einzelnen Personen an, die den Fachbereich betreuen, der mich interessiert.”

So kann die eigene digitale Visitenkarte aufgebaut werden. Das Auge verschafft sich einen Überblick, bei Interesse springt es an das Motiv und schaut es sich genauer an. Nur ein erfahrenes Auge kann das im Bild festhalten und nachvollziehen.

Dafür habe ich doch ne App

Nun, dann gibt es noch Photoshop für das Smartphone und Tablet. Verwischt die Grenze zwischen Hobby- und Profifotografie doch zunehmend? Tuan schätzt, “dass ja die Apps immer besser werden und ein interessanter Markt entsteht. Profikameras sind mehr und mehr mit W-Lan ausgestattet. So können die Fotos als Rohmaterial auf das Tablet gesendet werden und mit den Fotobearbeitungsmöglichkeiten dem Kunden sehr schnell ein Eindruck vermittelt werden, wie es am Ende aussehen könnte.”

Eine App macht allerdings aus einer kleinen Smartphonelinse und einem kleinen Aufnahmechip kein anderes Format. Hat Ihr Unternehmen Format, sollte es auch die visuelle Darstellung haben. Der Kunde entscheidet binnen Sekunden, ob ihm etwas inhaltlich und visuell zusagt oder nicht. Der Wettbewerb ist groß. Und die Bereitschaft, sich allzulange mit den Suchergebnissen auseinanderzusetzen, sinkt ebenfalls.

Tipp am Rande: Wenn Sie eine Leiche verstecken wollen, benutzen Sie die Seite 4 der Google Suchergebnisse. Damit Ihrem Unternehmen das nicht widerfährt, lohnt sich eine Investition in das Expertentum. Und Expertise bedeutet übersetzt nichts anderes als reiche Erfahrung. Ein Schatz.

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