Ratgeber: Damit Sie am Cyber Monday nicht bereuen, was Sie am Black Friday geshoppt haben.

Am letzten Freitag im November findet der Black Friday statt, gefolgt vom Cyber Monday. Schnäppchenversprechen beim Cyber Week Shopping bis 90 Prozent sind mit Vorsicht zu genießen. Das steckt dahinter und so finden Sie die richtigen Schnäppchen.

Jetzt teilen auf:    

Was ist der Black Friday, die Cyber Week und der Cyber Monday?

Die Verkaufswoche um den amerikanischen Feiertag Thanksgiving herum wird als Cyber Week bezeichnet. Die Cyber Monday Week startet am Montag vor Thanksgiving, das jedes Jahr am vierten Donnerstag im November gefeiert wird, findet seinen Höhepunkt am Black Friday nach Thanksgiving und endet am darauf folgenden Cyber Monday. Händler versprechen den Kunden sensationelle Schnäppchen bis zu 90 Prozent und erhoffen sich selbst Rekordumsätze insgesamt im Milliardenbereich. Es geht hauptsächlich um Elektronik, Filme, Spiele und Musik.

Dabei wird kritisiert, dass sich die Schnäppchen an unverbindlichen Preisempfehlungen orientieren und nicht am aktuellen Marktvergleichswert. Daher lohnt sich das genaue Hinschauen. Woher kommt das Ganze eigentlich?

Seit wann gibt es den Black Friday, die Cyber Week und der Cyber Monday?

Der Ursprung für das Black Friday Shopping liegt, wie man es im Wochenverlauf vermuten würde, im Donnerstag. Die Menschen in Amerika begehen an jedem vierten Donnerstag im November ihren höchsten Feiertag, das Erntedank- und Familienfest Thanksgiving. Dadurch avanciert der Freitag zu einem Brückentag, der natürlich gerne freigenommen wird, um das Wochenende zu verlängern. Da an Thanksgiving neben Familie und Freunden auch das Essen im Mittelpunkt steht und die damit verbundenen Getränke, wurde der Freitag zu einem düsteren, später einem Black Friday. Die Herkunft des Namens ist nicht eindeutig: Die Händler könnten vom Geldzählen schwarze Finger bekommen, die Masse, die sich in die Kaufhäuser schiebt, sieht dunkel und bedrohlich aus (vgl. die berühmte Händleraktion am 24. November 1961 in Philadelphia) verglichen mit der Menschenmasse, die beim Börsencrash 1922 noch ihre letzten Groschen retten wollte oder der massenweise Goldankauf am 24. September 1869.

An diesem Freitag hat somit der Arbeitnehmer Zeit, sich um die Weihnachtseinkäufe zu kümmern und so wurde das Weihnachtsgeschäft eingeläutet.

Als im Jahr 2005 Online Händler beispielsweise von shop.org bemerkten, dass die Verkaufszahlen bevorzugt am Montag nach Thanksgiving in die Höhe schnellten, wurde dieser Trend mit der Ausrufung des Cyber Monday Shopping verstärkt und Cyber Monday Angebote locken. Dem Online Shop Amazon ist der Begriff des Cyber Week Shoppings zu verdanken, der eine Woche lang Rabatte im 5-Minuten-Takt verspricht und bereits den Montag vor Thanksgiving mit Black Friday Deals online startet.

Das hat auch Schattenseiten. Seit 2006 wurden 10 Todesfälle und 111 Verletzte im Zusammenhang mit übermäßigen Shoppingaktivitäten gezählt.

Cyber Week - So Shoppt Deuschland am Cyber Weekend

Gibt es das in Deutschland auch?

Den Black Friday gibt es dem Namen nach spätestens seit 2013. Im Unterschied zur USA finden die Rabattierungen bevorzugt online statt und weniger im lokalen Einzelhandelsgeschäft. Neben Apple nutzt Amazon die Tage zur besonderen Rabattierung und im Gefolge über 300 weitere Black Friday Shops, welche mit black electronic deals, best friday deals und black friday online shopping werben. Irgendwann sind die Bezeichnungen dann auch egal, ob es Black Monday Deals, Cyber Friday online shopping heißt oder early best super friday deals. Meist werden die Suchanfragen direkt verbunden mit Black Friday TV, notebook, ipad black friday oder einfach nur best deals.

Über die Seite black-friday.de informierten sich in 2017 über 2.2 Millionen Nutzer über Angebote, Händlerstatistiken bei Apple Produkten oder bei Spirituosen verzeichnen bis zum Fünffachen an Umsatz und rechnen mit über 20 Millionen Einkäufern. Allein am Wochenende zwischen Black Friday bis zum Cyber Monday rechnet der Handelsverband mit einer Umsatzsteigerung von 15 Prozent zum Vorjahr und einem Umsatz von über 2,4 Milliarden Euro.

Sollte man bei den Aktionen mitmachen (als Händler/Kunde)?

Als Kunde mitzumachen kann sich in barer Münze auszahlen, muss es jedoch nicht. Entscheidend ist es, das konkrete Angebot in den Blick zu nehmen und selbst zu vergleichen. Statt 90 Prozent sind es im Schnitt vielleicht 40 Prozent Ersparnis. Die Schnäppchenseite mydealz.de untersuchte über 40.000 Angebote und verglich sie mit dem Preisvergleichsportal idealo.de. Dabei werden Apps, Software, Reisen und Lebensmittel besonders rabattiert, Mode bis zu einem Drittel, Spiele und Filme bis 40 Prozent, Sport und Elektronikartikel um die 30 Prozent.

Wie bei jedem Shopping-Vorhaben ist es ratsam, sich vorher einen Einkaufszettel zu schreiben, um zu verhindern, dass man auf der Suche nach Nahrung mit drei Paar neuen Schuhen nach Hause kommt. Portale wie mydealz.de oder idealo.de bieten Newsletter oder Preisalarme an, die sich jeder einrichten kann. Auch lohnt es sich, bei unbekannteren Händlern vorbei zuschauen oder zu einem Bummel aus dem Haus zu gehen. Hier ist wichtig, sich die Händlerangaben anzusehen, kommt er seiner Impressumspflicht nach, gibt es versteckte Kosten oder Zollgebühren, da Versand aus dem Ausland.

Händler können sich die gestiegene Kaufbereitschaft der Kunden zunutze machen. Black Friday wird zum Maß aller Dinge im Bereich Online Shopping. Der Schlüssel zum Erfolg ist es, sich von anderen Händlern abzusetzen — einmal wieder. Mercedes nennt es Black Sale, Mediamarkt den Red Friday. Händler können den Aktionszeitraum erweitern und auf andere Rabatte, die länger existieren, hinweisen. Vor allem das Tracking der Kunden ist hier besonders sinnvoll, da die Kundenlisten im nächsten Jahr erfolgversprechend im Retargeting verwendet werden können. Händler sollten alle Möglichkeiten nutzen, die sie haben, um dem Kunden maßgeschneiderte Angebote machen zu können, die über den reinen Rabatt hinausgehen. Wenn Händler ihre Kundeninteressen ignorieren, riskieren sie eines, das ihren Verkaufserfolg zunichtemachen kann: den Retourenrekord.

Alternativen zum Black Friday

Neben Umsatzrekorden bricht die Cyber Week auch einen anderen Rekord: die Retouren. Damit kann ein Umsatzrekord schnell zum Desaster werden. Der Black Friday ist beileibe nicht der umsatzstärkste Einkaufstag im Jahr. Übertroffen wird er von dem darauffolgenden Cyber Monday, besonders allerdings durch den letzten Freitag vor Weihnachten, dem Panic Friday. Dieser wiederum wird getoppt durch den Singles Day am 11. November. Neben der “1” als Symbol eines Singles und den vielen Veranstaltungen, bei denen sich Singles treffen können, wurde der Tag zum umsatzstärksten Onlineshopping-Tag der Welt. Das Online Portal Alibaba verzeichnete am Singles Day 2017 zehn Milliarden Dollar Umsatz — in einer Stunde.

Cyberweek - Shopping Events Infografik

Kein Wunder, die Gegenreaktion ließ nicht lange auf sich warten. Seit 1992 gibt es den Kauf-nix-Tag, ebenfalls am Black Friday.

Bildmaterial: mydealz.de/Pepper Media Holding GmbH

Jetzt teilen auf: