Die Start-up-Szene auf der dmexco

Die dmexco ist eine internationale Messe für Business und Innovation. Neu auch für Startups – und das ist verführerisch.

Dmexco 2017 in Köln: Die Abkürzung steht für Digital Marketing Exposition & Conference. Es ist eine internationale Messe rund um Business und Innovation.

In 2017 traten verteilt auf zwei Tage 570 Speaker auf, die für über 250 Stunden Programm sorgen. Im Fokus stehen:

  1. Akteure und deren Selbstverständnis: Die fortschreitende Technisierung wird das Überdenken der eigenen Rolle erfordern. Marketing bedeutet umso mehr, viele Akteure innerhalb eines Unternehmens an deinen Tisch zu bringen, um gemeinsam in allen Bereichen die technologischen Anforderungen zu meistern.
  2. Marketingintegration als Folge der Technologisierung, an dem sich vieles herauskristallisieren wird, ob eine Strategie in einem Unternehmen zum Erfolg führen wird.
  3. Nutzer: Der Nutzer entscheidet selbst, was er gut findet. Er ist ziemlich egoistisch geworden und weniger loyal. Wenn er nicht sofort und genau das findet, was er sucht, sucht er woanders. Einfache Regel.
  4. Datenmanagement: Nicht nur die Erhebung von Daten überall da, wo sie im Unternehmen auftauchen, steht im Fokus, auch die Interpretation von Daten. Genau genommen könnten hier wieder Geisteswissenschaftler einsteigen, weil diese sollten gelernt haben, welche Auswirkungen die Auswahl und die Interpretation von Daten auf die künftige Strategie haben. Denn, ähnlich wie bei Darwin mit seiner Evolutionstheorie in den Naturwissenschaften, gibt es im Prozess des Verstehens (Philosophen sagen dazu Hermeutik), zwei Prinzipien: Nicht Mutation und Selektion, sondern Selektion und Interpretation.
  5. Tools: Diese werden auf der dmexco stark beworben werden: Marketing, Marktplatzoptimierung, Analyse, Advertising, Augmented Reality.
  6. Backend: Die übergeordneten Systeme, die als Herzstück innerhalb eines Unternehmens zu finden sind.

Start-ups als größte Innovation auf der dmexco

Was sich allerdings auch auf der dmexco über starken Zuwachs erfreut, ist die Start-up-Szene. Erstmals gibt es für die Innovatoren eine eigene Halle, die dmexco Startup Village 2017. Dort kann sich eine internationale Gründerszene präsentieren, die den Bewerbungsprozess überwunden haben, insgesamt 150 Newcomer. Und alle sind sie auf der Suche nach Kunden, Investoren und neuen Partnern.

Neu ist The Hatch, das neue Pitch-Format. Das was? Pitch bedeutet übersetzt Tonhöhe, die Werbebranche hat daraus eine Art Präsentationsformat gemacht mit unterschiedlichen Ausprägungen, um seine eigene Start-up-Idee einem Kunden oder einem Investor zu präsentieren. Das reicht von einem Elevator-Pitch, also einem 30 Sekunden Aufzugsgespräch, bis zu einer größeren Präsentation auf einer Messe. Im Fall der dmexco ist es The Hatch, eine Live-Präsentation, mit der als eine Art Wettstreit Halbfinale und das Finale unter verschiedenen Start-ups ausgespielt werden. Der Gewinner erhält Investmentkapital und/oder Partnerschaften.

Die Business-Portale sind voll von Erfolgsgeschichten von Start-ups: Jungunternehmer, die eine ausgefallene Geschäftsidee haben und damit in einem Jahr Millionär wurden und ein Imperium aufgebaut haben. Nur wenige sehen die Gescheiterten, obwohl gerade von diesen sehr viel gelernt werden könnte. Aber wer es einmal zur dmexco geschafft hat, ist schon ganz gut dabei.

Was bedeutet diese Start-up-Szene genau?

Alternative Bürogestaltung, keine festen Arbeits- und Urlaubszeiten, vielleicht viel Kapital, Freiheiten, alles irgendwie szene-haft, hipp, lässig, legere Arbeitsklamotten, viele Nerds und Ray-Ban-Brillen. Das kann sein, muss aber nicht. Auch eine alte Garage ist nicht unbedingt erforderlich.

Ein Start-up ist grundsätzlich eine kürzlich gegründete Firma. Das reicht allerdings nicht aus, der Grad der Innovation ist ebenfalls entscheidend wie auch das Potential für überdurchschnittliches Wachstum. Auch eine Portion Realismus gehört dazu, also ein Businessplan, die Kenntnis des Marktes und die Flexibilität, die Größe des Unternehmens daraufhin skalieren zu können.

Das mit der Finanzierung ist so eine Sache. Zunächst verlockt der Idealismus der eigenen Idee, der Gedanke, sein eigener Chef zu sein und voll verantwortlich für das eigene Geschick zu sein, doch die Mittel fehlen. Hier können Portale einspringen, die mittels Crowdfunding, also die Rekrutierung von Leuten, die die Idee genauso spannend finden und sie unterstützen wollen, das benötigte Stammkapital zusammensuchen; oder aber Investoren, die auf mein Start-up aufmerksam geworden sind, manchmal auch unter dem Stichwort Business-Angels bekannt.

Wenn diese Faktoren einmal eingeplant sind, die Basis steht und eine weitere Marschroute und das Prozessmanagement steht, dann darf hier durchaus geträumt werden, denn die Erfolgsgeschichten sind real und möglich.

Die Innensicht eines Start-up-Traumes

Stellen Sie sich vor, Sie wären selbst von einer Idee überzeugt, die Ihnen im Privaten selbst sehr weiterhelfen würde. Sie wüssten, wie dadurch Ihr eigener Alltag einfacher und bequemer wäre. Und da Sie sich selbst nicht unbedingt als kompletter Einzelgänger, Nerd oder Kauz verstehen, könnte es anderen Menschen genauso gehen. Aber wieso kam nur noch keiner auf diese Idee? Und wieso findet Google dafür noch kein Produkt? Die Recherche geht weiter. Das Gespräch mit Freunden und Familie. Dann mit Bekannten, die schonmal im Entfernten damit zu tun hatten und etwas mehr Einblick in die Branche haben. Dann diejenigen, die noch dazu etwas Kohle haben und auf gute Ideen stehen. So geht es immer weiter. Die Gedanken kreisen auch an Ihrem bisherigen Arbeitsplatz um Ihre Idee. Während Sie für Ihren Chef Aufgaben erledigen und tippen. Ihre Finger scheinen mit etwas anderem beschäftigt zu sein als Ihr Kopf. Mit etwas weit weniger Interessantem. Und Ihr Nacken beginnt zu schmerzen. Die Lautstärke im Büro nervt ebenfalls. Auch der Posteingang.

Aber diese Idee…, was wäre, wenn man das zu einem Erfolg machen könnte, zumindest als Nebenjob? Oder wenn es sogar das bisherige Gehalt fast erreichen würde? Ist es zu riskant, dann schon zu kündigen? Immerhin gibt es auch von öffentlichen Institutionen Anschubfinanzierungen für Neugründer, die sind froh um jeden, der sich selbstständig macht. Und die Anmeldung von einem eigenen Gewerbe kostet 20€. Dabei mache ich schon jetzt eine Arbeit, die ich an jedem Computer der Welt verrichten könnte. Einfach mal…

Moment. Das hier tippen, das kann ich von jedem Computer aus. Content Writer sind gesucht, das reicht als Überbrückung. 20€ für das Kreisverwaltungsreferat für eine Gewerbeanmeldung hab ich da. Und die Aussicht auf einen Engel, also Business Angel… Nächste Woche stünde zwar ein Beitrag zum Wahl-O-Mat an…

Wissen Sie was? Das finden Sie auch im Internet. Ach und übrigens, das Fazit von diesem Beitrag, das können Sie sich ja auch selbst denken...

Ich bin dann mal.........